Aus dem Leben

März 2016

Die Schwalben sind wieder da , nachdem auch im Februar kurzzeitig Schnee auf der Besparmak-Bergkette lag .Jetzt sind es seit 2 Wochen 20Grad , und mittlerweile blühen 35 verschiedene Orchideenarten (u.a. auch endemische).

Es hat wieder nicht genug geregnet , die Talsperren sind nicht einmal zur Hälfte gefüllt . Wir warten auf das Waser aus der Türkei….alle Anschlüsse sind fertiggestellt , nun wird gestritten , wer die Wartung und Verteilung übernimmt ( Türkei oder Nordzypern).

Eine über 80 km lange Rohrleitung wurde durch das Meer gelegt , auf der Insel sind Verteilerrohre installiert.( “ Das Jahrhundertprojekt“)

Dieses Jahr werden wir kaum Oliven ernten können , da alle Bäume extrem stark zurückgeschnitten wurden ( Verjüngungsschnitt).  Wir hatten sehr viele Mandarinen , Clementinen, Orangen und Pampelmusen , der Nachschub an Zitrusmarmelade ist gesichert.Neu habe ich erstmals Kumquats verarbeitet , eine ziemliche Fummelarbeit.

Die gelbe Zeit hat begonnen : Akazien , Ginster und gelbe Margeriten blühen um die Wette , dazu kommt Senf und wilder Fenchel.

In den kleinen Häuschen sind alle Winterarbeiten erledigt…..Reparaturen , streichen etc. Die ersten Gäste sind da.

 

Februar 2015

In Deutschland ist es kalt und grau….350 Sonnentage im Jahr heißt es werbewirksam in allen Prospekten , wenn es um Zypern geht…Dieser Aussage müssen wir nach vielen Jahren auf Zypern deutlich widersprechen.Auch hier ist der Klimawandel zu spüren , in der letzten Wochen gab es nur wenige Sonnenstunden , und für die folgende Woche wird ähnliches Wetter vorhergesagt.Nach einem recht kalten Oktober folgten ein viel zu milder November und Dezember mit Temperaturen um 20 Grad.

Wir nutzen den hiesigen Winter , um Schäden an den Häusern zu beheben , Wände neu zu streichen und eine Grundreinigung durchzuführen. Polster werden ausgebessert oder erneuert , die stark wuchernde Bougainvillea muß zurückgeschnitten werden , der sich selbst aussähende Lorbeerwald um gefühlte 1000 Pflanzen verkleinert werden…

Alles sprießt…auch hier in erster Linie „Unkraut“ ,d.h.Sauerklee und wildes Getreide , dazu Unmengen an Kugeldiesteln , die wir in Deutschland als Stauden gekauft haben. Unsere Alpenveilchen vermehren sich explosionsartig , die dürfen bleiben.

Der Mittelmeerlaubfrosch ist nicht zu überhören , die rolligen Katzen allerdings auch nicht…

Es ist Frühling. Die Anemonen sind verblüht , der Stechginster duftet , und die Akazien ( Mimosen ) brauchen wohl noch 2 Wochen , bis auch sie blühen .Bei uns im Tal haben wir die ersten Orchideen ( Knabenkraut ) entdeckt .

 

Februar 2013
Jedes Jahr in der ersten Oktoberwoche findet am Moscheeplatz in Zeytinlik das Olivenfest statt.
Dort können Gäste landestypische Speisen probieren, Olivenprodukte erstehen, dem Töpfer zusehen und Töpferware kaufen und sich an Folkstänzen und musikalischen Darbietungen erfreuen. Oft gehören auch Pantomimen und Theateraufführungen zum Programm.Sogar die Tanzenden Derwische aus Konya waren schon zu Gast.
Die meisten unserer Gäste haben das Fest genossen. Allerdings kann es an einigen Abenden bis 22° so laut sein, dass es besser ist, bei geschlossenen Fenstern zu schlafen oder gleich am Festgeschehen teizunehmen.
Im letzten Jahr ( 2011) wurden u. a. auch junge Olivenbäume gepflanzt. Außerdem gab es einen Kochwettbewerb ( Speisen, in denen Oliven verarbeitet wurden) und diverse Kinderspiele.
Der Höhepunkt war am letzten Abend die Vorstellung einer berühmten Rockband aus Istanbul, die etwa 2000 Besucher zum Tanzen und Mitsingen animierte. Zeytinlik rockte – und zwar alle in der Altersgruppe von 2 – 80 Jahren !

Dezember 2010
Wieder sind wir auf den Winter vorbereitet : Oliven sind gepflückt und eingelegt,vor dem Haus stapelt sich das neue Holz ( sehr teuer dieses Jahr),die Schnapsdestille war im Einsatz.Der diesjährige „Grappa“ ist aufgrund der in den Vorjahren gemachten Erfahrungen ausgezeichnet geworden . Nach dreimaligem Brennen ist er „rund“.Der „Homemade Cointreau“ von 2008 ruht imErdkeller nebenOlivenöl,eingelegtem Helim (Schafskäse) und alten Rotweinresten, die Andreas leider nicht mehr trinken darf. Der heftige Regen der letzten Tage hat alle Wasserdepots gefüllt, wir warten auf mehr.Die letzten Sommer waren extrem trocken, der Klimawandel ist deutlich zu spüren.

Januar 2007
Das Jahr 2007 beginnt trocken, stürmisch und sehr kalt hier. In der Sonne schwitzen wir, nachts sind es nur 2.6 °C . So kalt war es seit über 25 Jahren noch nie! In den Bergen bei Alevkaya hat es sogar gefroren. Sollten das die ersten Anzeichen des Klimawandels sein? Im Moment blühen die Annemonen auf den Feldern, der wilde Fenchel ist schon über einen halben Meter hoch. Normalerweise suchen wir im Januar Pilze, allerdings sind sie in diesem Jahr aufgrund der Wärme und des vielen Regens im Oktober (Trockenheit im November)viel eher gereift. Jetzt ist Zitrusfruchterntezeit, d.h. ich werde wieder den berühmten Zitrussirup ( bestehend aus Zitronensaft und Zucker) herstellen, aus dem wir im Sommer homemade Limonade bereiten. Das im November gepresste Olivenöl hat sich geklärt und wird in Flaschen gefüllt. Es hat eine wunderbare bernsteingelbe Farbe. Die viele Arbeit hat sich gelohnt !!! Geschmack und Geruch sind herrlich fruchtig und „rund“.